Mangfall bei Feldolling

Dieses Jahr habe ich 3 Wochen Urlaub von Ende September bis Anfang Oktober. Anfangs überlegte ich, ob ich nicht nach Slowenien oder woanders hinfahre , entschied mich aber zu Hause zu fischen. Ich nahm mir vor den Großteil des Vereinswassers vom KFV Bad Aibling der Mangfall zu befischen. Was gar nicht so einfach ist, da es geschätzt ca.12km Fließstrecke sind. Normalerweise habe ich meine Lieblingsstellen, diesmal wollte ich aber auch an bisher von mir vernachlässigten Stellen zu fischen. Die Kanäle habe ich aber ausgelassen, da mir die Fischerei darin nicht sehr liegt. Die Karte der Mangfall in diesen Bereich findet Ihr auf der Homepage des KFV Bad Aibling.

Anfangs hatte ich noch keine brauchbare Kamera für’s Fischen (nur eine Spiegelreflex), das hat sich dann aber geändert. Alle Fotos wurden übrigens mit einer Panasonic Lumix DMC-FT1 gemacht. Die Kamera ist wasserfest, strapazierfähig, wasserdicht und handlich. Bis jetzt kann ich die Kamera für’s Fischen  nur empfehlen.

Ich habe die erste Woche ab 19.09.09 einfach an verschiedenen Stellen gefischt und immer gut gefangen, Äschen, Regenbogen- und Bachforellen. Ich war hauptsächlich in der Vagener Au. Dort gibt es viele Regenbogenforellen zwischen 28cm und 35cm. Diese Forellen sind topfit, sogar die kleinen machen ganz schön Rabatz. Ich fing auch zwei Äschen, eine kleinere mit ca. 35cm und eine schöne mit ca. 47cm auf eine 14er Unscheinbare.

 Einen Nachmittag habe ich unterhalb der Wuhr gefischt, leider geht dort fast gar nichts mehr, der Umbau des Wehres hat viel kaputt gemacht, es gibt kaum mehr tiefere Stellen und Gumpen. Es lohnt sich nicht mehr dort zu fischen, eine Regenbogenforelle mit ca. 35cm in 3 Stunden ist nicht gerade viel.

Zweimal war ich an der Fliegenstrecke. Am ersten Tag begann ich an der Mündung der Leitzach in die Mangfall. kurz vorher ist die Mangfall sehr schnell, dort habe ich meine Nymphe hineingeworfen. Ein Freund gab mir den Tip, kleine, dünne Nymphen mit Tungstenkopf zu verwenden. Gleich beim zweiten Wurf ging eine kleinere Äsche mit ca. 35cm an den Haken. Ein paar Würfe später, hing sich eine 50er Regenbogenforelle an den Haken, die in der schnellen Strömung einen guten Kampf lieferte. Wieder ein paar Würfe später ging mir die zweitgrößte Äsche in der Saison an die Nymphe, sie hatte ca. 52-54cm. Normalgröße für Äschen ist in der Mangfall zwischen 45 und 50cm, allerdings sind sie nicht leicht zu fangen. Danach fing ich an der Stelle noch eine kleiner Regenbogenforelle, dann ging ich weiter stromauf. vorher baute ich noch auf Trockenfliege um. Ich hing eine Unscheinbare Größe 14 an die Schnur, mit der Fliege habe ich schon die ganze Saison ganz gut gefangen. Das Stück fließt relativ langsam und man kann immer die eine oder andere Forelle fangen
Später ging ich noch die Leitzach hoch, da sah ich viele Aitel stehen, die mich aber auch, also war nichts.

Einen Tag später ging ich noch mal an die Fliegenstrecke ich fischte mit der Trockenfliege vom Steg bis aufwärts an die Grenze. Ich fischte mit der Unscheinbaren und einer kleinen CDC Sedge. Das brachte mir 3-4 kleinere Bachforellen der 25-30cm Klasse an den Haken. Von der Grenze ging dann mit der Nassfliege wieder Abwärts. Ich fing dann noch eine Bachforelle und 2 Regenbogenforellen, aber nichts außergewöhnliches.

Zwischendurch machte ich zwei Tage Zwangspause, da ich was fürs Haus tun musste.

Feldolling - Am Wertstoffhof

Jetzt hatte ich auch die Kamera und ich konnte ein paar Bilder machen. Los ging es am Wertstoffhof in Feldolling. Ich hatte mir vorgenommen nur mit der Trockenfliege zu fischen. Darum nahm ich auch meine Partridge-S Rute #4. Die ist genial  zum Trockenfliegenfischen. Das Wetter war sonnig.An der Stelle gibt es einen “Absturz” und danach einen großen Pool. Die Fische stehen meistens am Ende des Schaums bis zum Auslauf. Der Pool ist sehr gut zu befischen.

Mangfall beim Werstoffhof in Feldolling

Ich knotete wieder die Unscheinbare ans Vorfach, die Forellen stiegen sehr gut, diesmal wollten sie die Unscheinbare nicht nehmen. Ich probierte ein paar andere Fliegen und landete bei der Adams in Größe 14. Die sollte auch an den folgenden Tagen immer eine gute Wahl sein. Die Adams mochten die Forellen und ich fing 9 Stück in ca. einer Stunde an der Stelle an der ich angefangen hatte. Hauptsächlich waren es Regenbogenforellen, in der 30-35cm Klasse. Es waren hauptsächlich Regenbogenforellen, aber es waren auch ein paar Bachforellen dabei.

Bachforelle

Ich ging dann weiter flußaufwärts und fing noch zwei weiter Bachforellen auf der Strecke. Eine Regenbogenforelle mit 34cm habe ich halbtot am Gewässergrund aufgeklaubt und mitgenommen. Das ist ein Problem mit den Fischerkollegen, die die Fische nicht schonend abhaken und die Fische dabei drücken, man sieht dann keine Verletzungen, aber der Fisch ist leider hin.  Die anderen traktieren die Fische mit Spinnköder und Drilling, die anderen betrügen die Forellen mit Köderfisch, die Fische sehen meist übel aus, ich habe mal eine Forelle mit Lücke im Kiefer gefangen. Ich traf mal einen älteren Fischer, so um die 70 Jahre, der sagte, dass man Forellen schon immer nur mit der Fliege fangen sollte. Mittlerweile denke ich auch so und bin absolut gegen Widerhaken und Drillinge. Man soll doch so fischen, dass man den Fisch im Normalfall schonend zurücksetzen kann. Das hat nicht mal was mit catch & relaease zu tun.

Mangfall Feldolling vor der Fliegenstrecke

Wieder in der Vagener Au.

Irgendwie zieht es mich immer wieder in die Vagener Au. Dort gefällt es mir am Besten, wenn auch die Dämme jetzt erhöht werden. Aber Fischen geht immer relativ gut.

Mangfall Absturz Vagener Au

Dieser Absturz war letztes Jahr immer sehr gut, dieses Jahr hat sich ganz nah am Abfall eine große Kiesbank gebildet, was das Fischen schwer macht, trotzdem kann man hier immer gute Äschen fangen. Der Tag war allerdings ein Forellentag, Sie bissen auf kleine braune Nymphen und auf Trockenfliegen, ich habe sie nicht mitgezählt, allerdings waren keine großen Forellen dabei, sie hatten alle zwischen 30 und 35cm.

Abstürze in der Vagener Au

Am nächsten Tag fuhr ich an die weiße Traun zum Heger, leider wollten die Forellen fast überhaupt nicht, ein Tag und fünf hart erkämpfte Forellen ist nicht allzu viel. Außerdem holte ich mir eine Erkältung, so dass ich ein paar Tage Pause für Familienleben machte.

Wieder Vagener Au

MangfallOkt09_030

Diesmal ging ich ein Stück weiter abwärts und fischte mit der Nymphe, gleich bei den ersten Würfen ging mir eine schöne Äsche an den Haken. Sie hatte ca. 48cm

Mangfall Äsche aus der Vagener Au

Wie auf dem Bild zu sehen ist, schalte ich oft vor die unbeschwerte Nymphe ein Bleischrot. Jetzt im Herbst funktioniert das besser als eine beschwerte Nymphe. Im Frühjahr gehen dagegen große Tschechische Nymphen besser. Die Äsche blieb an dem Platz der einzige Fisch, so ging ich wieder Flussaufwärts. An der nächsten guten Stelle stiegen die Fische, als probierte ich es wieder mit der 14er Adams. Dann ging es gut ab, ich fing noch einige Forellen und die zweite große Äsche, diesmal auf Trockenfliege.

Eine der Regenbogenforellen

Die großen Äschen sind wunderbare Fische! Diese hat um die 45cm.

Äsche an der Trockenfliege

Dies war der wieder ein genialer Angeltag, besser hätte ich es nicht erwischen können.

Im unteren Teil bei Götting

Am nächsten Tag, den 6. Oktober entschloss ich mich wieder mal im unteren Teil zwischen Bruckmühl und Götting zu fischen. Dort ist es landschaftlich nicht so schön, aber man kann immer gute Fische fangen, sogar Äschen, obwohl es nicht danach aussieht. Ich fing von unten an, die ersten Abstürze sind nicht so gut, ich probiere es aber immer wieder, manchmal hatte ich dort schon Glück. Der Wasserstand war ziemlich niedrig, das macht die Fischerei nicht unbedingt leichter. In diesen Abschnitt kann man nur unterhalb der Abstürze fischen, die Strömung ist sonst zu gering.

Mangfall bei Götting

Einige schnellere Strömungen, wie im oberen Bild sind vorhanden, da lohnt es sich immer zu Fischen. Es hat sich relativ schnell gelohnt, wieder eine große Äsche, so ca. 50cm. Sie ließ sich aber nicht fotografieren und zog es vor sich selbst abzuhaken, na ja , was solls. Ich fotografiere die Fische am liebsten kurz vor der Landung, da passiert so was schon mal. Es an der Stelle ging es dann ganz gut weiter, noch je 2 Bach- und 2 Regenbogenforellen, dann zog ich weiter. In diesen Bereich ist die Fischerei nicht leicht, da man zum einen am Boden fischen muss, aber nur eine sehr geringe Strömung vorhanden ist um die Nymphe fortzutragen. Zum anderen sind die Pools groß und man muss immer ca. 15-20m werfen.

Mangfall großer Pool bei Götting

Am nächsten Pool ging mir dann eine schöne größere Regenbogenforelle an die Nymphe. Sie hatte eine schöne goldene Färbung, eigentlich untypisch für die Mangfall.

Mangfall - leicht goldgefärbte Regenbogenforelle

Mangfall - Blick auf Wendelstein

Danach ging ich noch weiter, aber leider ging an diesen Tag gar nichts mehr

Vagener Au - oberer Teil

Ich entschloss mich am nächsten Tag noch mal in die Vagener Au zugehen, diesmal aber am oberen Teil

Mangfall - Vagener Au oberer Teil

Hier fliesst die Mangfall von der Wuhr kommend wieder aus dem Wald und man erreicht das Wasser sehr gut über den Damm. Ich bin nicht allzu oft an diesem Teil, aber es lohnt sich mal das Fischen dort zu probieren, zumal es dort sehr schön ist.

MangfallOkt09_046

Nach ein paar Würfen an der ersten Stelle fing ich wieder, wie soll es anders sein eine schöne Äsche mit ca. 45cm mit einer kleinen braunen Nymphe.

Mangfall - Äsche aus der Vagener Au

.Danach fing ich noch zwei Regenbogenforellen, aber der Tag war sehr warm und nach Mittag ging nichts mehr, obwohl die Fische da waren.

Am Steinbeis Steg

Es ist wahrscheinlich der letzte Tag im Urlaub, der sich zum Fliegenfischen eignet. Der morgen ist sehr mild, also ging ich schon vor 9:00 Uhr zum Fischen. Ich entschied mich während der Fahrt es einmal am Steinbeiss Steg in Bruckmühl zu probieren. Die Entscheidung war nicht schlecht. Man kann am Steg ganz gut fischen und etwas stromauf ist es auch noch interessant. Ich war aber noch nicht sehr oft.

MangfallOkt09_058

Bachforelle_09_10_08Ich fischte wieder mit der Nymphe. Eine unbeschwerte Namphe mit einem Zwickblei ca. 15cm davor. Schon nach den ersten paar Würfen ging mir eine Bachforelle an den Haken, dann folgte gleich eine Regenbogenforelle, noch eine größere 40er Regenbogenforelle und eine Äsche mit ca. 35 cm. Das Fotografierglück hatte ich nur bei einer Bachforelle

Danach kam die große Überraschung. Ich hatte einen Biss, dann hing ich, dachte ich zumindest. Dann ein paar Schläge auf der Schnur, ich dachte mir eine richtig große Äsche, aber die Schläge gingen nicht weiter. Etwas zog gewaltig aber langsam an der Schnur. Ein Fisch, aber welcher. Ich dachte immer noch an eine große Äsche, aber die Kraft am anderen Ende war ungewöhnlich groß. Vielleicht eine große Regenbogenforelle, das hatte ich auch schon, dass die so langsam zogen. Nach einiger Zeit brachte ich den Fisch hoch, aber der wollte nicht, drehte sich um und strebte wieder Richtung Boden, aber jetzt wußte ich es was es ist - eine schöne Barbe. Es dauerte noch en wenig und ich konnte sie landen. Ich entschloss mich die Barbe zu keschern. Sie war etwa 50cm groß. Ich warf nochmal, wieder das gleiche Spiel, diesmal aber noch kräftiger, wieder eine große Barbe, so ca. 5cm größer als die erste.


Die erste Barbe


Die zweite Barbe


Danach ging ich noch in Richtung Straßenbrücke Bruckmühl, ich fing noch eine Regenbogenforelle, aber sonst ging nichts mehr. Also noch mal flussaufwärts und mit der Trockenfliegen probieren. Dann kam starker Wind auf, das Wetter schien umzuschlagen und ich ging nach Hause.


Ich bin froh, dass ich mich entschieden habe, mein Heimatgewässer mal so intensiv zu befischen, ich habe wirklich viele Fische gefangen und viel Freude an der Fischerei gehabt. Meine Lieblingsfische die Äschen waren nicht beißfaul, der Nachwuchs der Äschen ist auch da., was will man mehr. Die Überraschung zum Schluss waren die beiden Barben. Ich werde es nächste Saison sicher noch häufiger gezielt auf die Barben probieren, da rührt sich wirklich was. Begünstigt wurde die Fischerei sicher durch die vielen Regenbogenforellen, es sind zwar wenig richtig Große dabei, die kleineren aber in gute Kondition. Lustig ist, dass ich nur zwei oder drei von den zuletzt besetzen Forellen fing, alle anderen waren schon länger im Wasser, die Flossen waren einwandfrei und die Fische schlank und kräftig. Einige Wochen vorher hatte ich kleine Seeforellen gefangen, aber davon ging mir keine mehr an den Haken, die sind vielleicht abgewandert.


Wenn wer Lust hat an der Mangfall zu fischen, ich gehe gerne mit Ihm zum Fliegenfischen. Wenn ich einem Fliegenfischer vertraue, zweige ich auch, wie man die Äschen fängt. Ich mache die Technik nicht allgemein publik, da ich Angst habe, dass die Äschen weniger werden. Die schlimmsten Kormorane sind leider einige von unseren Mitfischern, die sich von der Gier leiten lassen und sich auf Gesetze berufen, die sie in Ihrem Sinne interpretieren. Zur Zeit gibt es im Verein nicht viele Fischer, welche die Äschen fangen.


Ich hatte auch den direkten Vergleich mit der weißen Traun an der Strecke von Rudi Heger. Dort gibt es sicher größere und mehr Forellen, leichter zu fischen ist es aber nicht, und solche großen Äschen hat er zweimal nicht drin Für ein Vereinswasser ist die Mangfall wirklich genial.


Ich freue mich, euch einmal an der Mangfall zu sehen


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Mangfall Oktober 2009

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